Putzflächen werden meistens nach dem ersten anziehen abgerichtet (umgangsprachl. auch abgelattet).
Oft betrifft es die sogenannten Unterputze aus Kalkzement oder Leichtputzen, aber auch beim Gipsputz ist dieser Arbeitsgang zu sehen.
Da er maßgeblich für die spätere Fläche und Geradigkeit des Fertigputzes verantwortlich ist hier ein paar Worte dazu.
Putzmesser (Abrichtlatte,Trapez-Kartätche)
Gitter-Rabot
Abrichten/Ablatten von Putzen:
Nachdem der Putz an der Wand eine bestimmte Konsistenz erreicht hat, wird mit einem Putzmesser(Abrichtlatte) und einem Gitter-Rabot der Putz Flächig gemacht. Die Abrichtlatte sollte wenigstens eine Länge von 1.50m haben.
Dieser Zeitpunkt sollte gut gewählt sein, da ein zu frühes ablatten ebenso mühselig ist wie das ablatten auf einem schon zu festen Putz.
Die Abrichtlatte wird dazu horizontal,vertikal und auch diagonal über den Putz geschoben wobei die Sinterhaut entfernt wird und überstehender Putz abgestoßen wird. Sichtbar werdende Löcher können nachträglich verschlossen werden.
Im Anschluss an diesen Arbeitsgang wir mit einem Gitter-Rabot die Fläche nochmals überarbeitet, dies geschieht besonders an solchen Putzflächen wo eine komplette entfernung der Sinterschicht beabsichtigt ist zb. weil der Putz danach komplett abgerieben wird.
Nach diesen Arbeitgang (Trocknung vorrausgesetzt) kann Grundiert werden, der Oberputz aufgetragen werden etc…
In den meisten Fällen renoviert man nur Teilbereiche der Wohnung und steht oft vor der großen Herausvorderung, Bereiche die nicht renoviert werden müssen, da sie erst letztes Jahr erneuert wurden oder der Anstrich noch gut aussieht, nicht bei der Renovierung zu beschmutzen. Der Klassiker ist, man hat vor kurzem die Wohnung mühsam gestrichen und aufeinmal entdeckt man einen Wasserschaden an der Decke im Bad und im Flur. Oftmals ruiniert man sich beim Beheben des Schadens, die noch gut aussehenden Wände.
Was man in solchen Situatuionen machen kann, möchte ich Euch anhand eines anderen Beispiels erklären.
Fugen schließen ohne Wände zu beschmutzen:
In diesem Beispiel ist die Grundsituation folgende. Die Wohnung ist in einem malerisch guten Zustand. Nun sollen aber die Fußleisten und die Türzargen erneuert werden. Nach gelungenem Einbau der besagten Elemente sind nun überall Fugen zwischen Wand und Türzarge oder der Fußleisten, die es nun gilt mit Acryl zu verschließen ohne die Wände zu beschmutzen.
Material:
Malerkrepp mit ehr geringer Klebekraft / Acryl / feuchtes altes Tuch / Cuttermesser/ Pinsel zum abstauben oder kleinen Handbesen
Als erstes nimmt man sich den Pinsel oder Handbesen und fegt alle Fugen einmal ab, sodas die Elemente staubfrei sind. Nun klebt man die Fugen mit einem kleinen Abstand von ca 1mm bis 5mm ab. Ist der Abstand zwischen Zarge und Wand groß, benötigt man auch einen größeren Abstand beim Abkleben. ( eine Fuge die breiter als 5mm ist, ist groß)
Danach schneidet man der Vereinfachung halber die Acrylspitze ganz vorne schräg ab und zieht eine Acrylline in die Fuge.
Im Anschluß mit einem feuchten Finger über die eben gezogene Acrylline ziehen, damit sich das Acryl gleichmäßig verteilen kann. Meistens wird dafür der Zeigefinger benützt. ( Erklärviedeo findet ihr hier: Acryl Sista F 130 )
Wenn die Fuge erfolgreich geschlossen wurde und keine Fettkanten aus Acryl zu sehen sind, ( überschüssiges Acryl welches beim Ziehen zu den Seiten quillt ) kann man vorsichtig das Kreppband abziehen und hat eine sauber geschlossene Fuge.
Fuge
Fuge abkleben
Abstand lassen
Fuge geschlossen
Tipp: Verwenden sie spezielles Kreppband welches eigentlich dafür vorgesehen ist auf Raufaser abzukleben um farblich etwas abzusetzen. Somit wird verhindert das man den Untergrund beim Abziehen versehentlich mit abreißt.
Tipp: Wie man Acryl ziehen kann ohne zwingend alles abzukleben wird hier erklärt: Acryl Sista F130
In diesem Beispiel ist die Grundsituation folgende. Die Wohnung ist in einem malerisch guten Zustand und wurde in sehr hellen farben gestrichen, überwiegend in weiß, nun sollen die Fußleisten und die Türzargen erneuert werden. Nach gelungenem Einbau der besagten Elemente sind nun die Fugen zwischen Wand und Türzarge oder der Fußleisten dauerelastisch zu verschließen.
Was man beachten muß um die fertigen Wände nicht zu beschmutzen und in den weißen Räumen nach einem Jahr nicht vergilbtes Acryl zu sehen bekommt, was ein typisches Merkmal für billig Acryl ist, erkläre ich euch jetzt.
Fugen schließen ohne abkleben und Wände zu beschmutzen:
Zunächst ist zu sagen dass auch billiges Acryl Eigenschaften hat die man sich zu nutzen machen kann.
Da es unser Ziel ist, die Fugen so mit Acryl zu schließen, dass man nicht mehr sieht das dieser Arbeitsgang erst im nachhinein geschah, ist es wichtig zu wissen wann man welche Sorte Acryl verwenden muss.
Weißer Raum:
Hier sollte man dass hochwertige Acryl von Sista F 130 verwenden. Es überzeugt nicht nur durch seine leichte Verarbeitung und sein cremiges Ziehverhalten, sondern hat die seltene Eigenschaft auch nach längerer Zeit nicht zu vergilben. Ein weiterer Vorteil ist das man mehrmals mit dem Finger drüber ziehen kann ohne das, dass Acryl gleich anfängt zu krümeln und somit eine schöne Acryllinie nicht mehr gewährleistet wäre.
Räume in creme, beige oder hellem gelb:
Bei diesen Wand oder Deckentönen ist es wieder erwartens sogar ein Vorteil zu billigeren Acryl Anbietern zu greifen. Nicht nur der Kosten wegen, sondern wegen der nach-gilbenden Eigenschaften. So gleicht sich der Acryl-Ton mit zunehmender Zeit dem Raum an.